EU-Förderung: Herausforderungen und Chancen

  • Von Dr. Saskia Graf
    • 14 Mar 2024
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EU-Förderung: Herausforderungen und Chancen

Horizon Europe – das bislang größte Rahmenprogramm für Forschung & Innovation der EU

Europäische Fördermöglichkeiten existieren für nahezu jedes Themengebiet. Mit Horizon Europe startete 2021 das neunte europäische und bislang größte transnationale Rahmenprogramm für Forschungs- & Innovationsförderung. Es hat eine Laufzeit von sieben Jahren (2021 – 2027) und ist mit einem Etat von rund 95,5 Mrd. EUR ausgestattet.

Die Förderinstrumente von Horizon Europe decken den kompletten Innovationsprozess ab, von der Grundlagenforschung bis hin zur Markteinführung. Sie spiegeln politische Prioritäten wider wie

• die Schaffung und Verbreitung wissenschaftlicher Exzellenz,
• die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen und
• die Förderung aller Formen von Forschung und Innovation zur Stärkung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union.

Zeitintensive Antragsstellung – geringe Erfolgschancen

Die Fördermöglichkeiten unter Horizon Europe bieten ein breites Spektrum, wie beispielsweise

• die Individualförderung von Forschern,
• Einzelantragsmöglichkeiten für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU)
• große Verbundprojekte mit einer Vielzahl an verschiedenen Partnern aus Akademie und Wirtschaft aus unterschiedlichsten EU und assoziierten Ländern.
• Je nach Ausschreibung ist sogar die Einbindung weltweiter Partner möglich.

Jedes Förderprogramm hat seine eigenen komplexen Richtlinien und Bestimmungen. Der Antragsprozess ist umfangreich. Es erfordert viel Zeit und Ressourcen um eine detaillierte Planung des Projekts mit Zielsetzung, Maßnahmen, Zeitplan und Budget in überzeugender Weise auszuarbeiten.

Je mehr Partner mitarbeiten umso mehr Ideen und Anforderungen fließen ein, die es zu koordinieren gilt. Der Wettbewerb um europäische Fördermittel ist extrem hoch Und entsprechend gering sind die Erfolgschancen.

Der kompetitive Antrag: Was zu einem erfolgreichen Antrag gehört!

Bei den vermeintlich niedrigen Erfolgschancen lohnt es sich genauer hinzusehen. Je nach Förderaufruf und Programm werden sehr viele Anträge eingereicht, die vielleicht nur annähernd die Mindestfördervoraussetzungen erfüllen.

Zu einem erfolgreichen Antrag gehört allerdings mehr! Der Umfang des Aufrufs muss beachtet und mit den (neuartigen) Zielen und Herangehensweisen des Vorhabens abgestimmt werden. Das Konsortium/die Antragsteller müssen ihre Exzellenz darstellen können, die richtigen Partner und Stakeholder müssen in das Vorhaben eingebunden werden.

Der sogenannte Impact des Projekts muss zur Strategie des Aufrufs passen. Die Kommunikation und Verbreitung des Projekts muss klar dargestellt sein. Eine nachhaltige Auswirkung des Projekts z.B. auf Gesellschaft, Umwelt, Märkte etc. muss beschrieben werden.

Der Projektplan muss plausibel und schlüssig dargestellt sein, Projektrisiken müssen minimiert werden. Auf alle im Aufruf genannten Strategien muss eingegangen und alle obligatorischen Anhänge mit eingereicht werden. Nur so hat man die Chance die Gutachter von seinem Vorhaben zu überzeugen.

Warum lohnt sich die Teilnahme?

Grundrezept für eine erfolgreiche Antragstellung ist ein innovatives zum Förderaufruf bzw. -programm perfekt passendes Vorhaben. Schlüssel ist eine exzellente Planung der Antragsteller mit der Einbindung relevanter Stakeholder, um eine klare und schlüssige Darstellung zu gewährleisten.

Die EU-Förderung bietet eine hohe finanzielle Unterstützung. Nahezu alle für das Projekt angefallenen Kosten werden erstattet bzw. bezuschusst. Die Förderquote ist generell hoch angesetzt. Bei den sogenannten Research & Innovation Actions beträgt die Förderquote für alle Projektpartner sogar 100%.

Die Teilnahme an EU-geförderten Projekten erhöht die Sichtbarkeit von Organisationen auf nationaler und internationaler Ebene. Sie eröffnet den Zugang zur Spitzenforschung und zu internationalen Märkten und macht die Exzellenz der Antragsteller bzw. der Begünstigten in dem jeweiligen Fachgebiet bzw. der jeweiligen Industrie deutlich.

Für Start-ups bedeutet es das Interesse von Investoren auf sich zu lenken. Im Fokus steht die eigene Innovationsexzellenz zu präsentieren. Einige Programme bieten spezielle Unterstützungsmaßnahmen, um Aktivitäten international auszubauen.

Der Aufbau eines kompetitiven Konsortiums führt dazu, dass die eingespielten Partner immer wieder neue herausragende Projektideen entwickeln. Dies führt zu weiteren erfolgreichen Projektanträgen.

Und auch wenn der Antrag in letzter Instanz scheitert, bleiben die Partnerschaften und das Netzwerk bestehen. Der Evaluation Summary Report, den man nach der Begutachtung erhält, hilft den Prozess der Antragstellung weiter zu optimieren.

Das positive Fazit für Unternehmen

Insgesamt bietet Horizon Europe eine Plattform für Unternehmen, um ihre Innovationskapazität zu stärken. Neue Partnerschaften werden eingegangen und das eigene Netzwerk wird um signifikantes Know-How erweitert. Man erhält Zugang zu Spitzenforschung, neuen Märkten, finanziellen und intellektuellen Ressourcen. Hierdurch kann man zur Förderung ihres Wachstums und ihrer Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Bei Leyton stehen Ihnen Experten zur Seite, die Ihnen helfen die passende Ausschreibung für Ihr Projektvorhaben zu identifizieren. Wir begleiten den gesamten Antragsprozess und stehen Ihnen gerne auch als Partner für das administrative Projektmanagement zur Seite.

Autor/-in

Leyton Deutschland_Saskia Graf
Dr. Saskia Graf

Senior Scientific Consultant

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