Förderung von Grünen Gasen: Wegweiser zu Erneuerbaren Energien und Fördermitteln

  • Von Gizem Erdogan
    • 3 Nov. 2025
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Grüne Gase

Die Europäische Union steht vor zahlreichen Herausforderungen – eine der bedeutendsten ist das Erreichen von Netto-Null-CO2-Emissionen bis 2050. Zwischenziele spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Wasserstoff, insbesondere der grüne Wasserstoff, ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie. Deutschland hat mit seiner Nationalen Wasserstoffstrategie ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: die Spitzenposition im Bereich Wasserstoff weltweit zu erreichen. In diesem Zusammenhang werfen wir einen genaueren Blickauf die Möglichkeiten und Potenziale von Wasserstoff und anderen grünen Gasen.

Was sind Grüne Gase?

Unter dem Begriff „Grüne Gase“ versteht man gasförmige Energieträger, die auf Basis erneuerbarer Energiequellen erzeugt werden und damit eine klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen darstellen. Dazu gehören insbesondere grüner Wasserstoff, Biogas und synthetisches Methan, die durch nachhaltige Prozesse wie Elektrolyse, Vergärung organischer Stoffe oder Power-to-Gas-Technologien hergestellt werden.

Ihr Vorteil: Grüne Gase sind vielseitig einsetzbar, in Industrie, Verkehr und Gebäuden. Sie tragen gleichzeitig dazu bei, fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen und unsere Energieversorgung nachhaltiger zu machen. (Deutsche Umwelthilfe 2024)


Die Rolle von Grünen Gasen in der EU

Die EU-Kommission hat Ende 2023 wichtige Zertifizierungssysteme für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs anerkannt, darunter grüner Wasserstoff. Diese Zertifikate sind entscheidend, um Wasserstoff als umweltfreundlichen Energieträger zu fördern und bieten Produzenten Zugang zu Förderprogrammen sowie erweiterten Marktchancen. Die Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55% zu reduzieren, unterstreicht die Bedeutung von wasserstoffbasierten Lösungen im Energie-Mix.

Arten von Wasserstoff

Wasserstoff ist auf der Erde ausschließlich in gebundener Form vorhanden und muss durch Energieeinsatz aus Quellen wie Wasser oder Erdgas gewonnen werden. Derzeit ist die Dampfreformierung von Erdgas das dominierende Verfahren, bei dem allerdings CO2-Emissionen entstehen. In Zukunft rückt die Elektrolyse in den Fokus, ein Verfahren, bei dem Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Die Umweltverträglichkeit dieser Methode hängt stark vom verwendeten Strommix ab. Daher sieht die nationale Strategie auch den Import von Wasserstoff aus Regionen vor, die kostengünstig produzieren können. (Bundesministerium o. D.)

Verschiedene Herstellungsverfahren von Wasserstoff unterscheiden sich in ihrer Klimaneutralität:

  • Grüner Wasserstoff: Er wird durch Elektrolyse unter Verwendung erneuerbarer Energien wie Wind-, Wasser- und Sonnenkraft hergestellt und ist CO2-neutral.
  • Türkiser Wasserstoff: Entsteht durch Methanpyrolyse, bei der Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff gespalten wird. Die Verwendung von erneuerbaren Energien macht diesen Prozess klimaneutral.
  • Grauer Wasserstoff: Wird durch Dampfreformierung fossiler Brennstoffe gewonnen, wobei CO2 freigesetzt wird. Er ist daher nicht klimaneutral.
  • Blauer Wasserstoff: Ähnlich wie grauer Wasserstoff gewonnen, jedoch wird das CO2 unterirdisch gelagert (CCS-Technik), um die Klimabilanz zu verbessern.
  • Oranger Wasserstoff: Entsteht durch die Nutzung von Biomasse oder Strom aus Abfallverwertungsanlagen und kann als Übergangslösung dienen.
  • Pinker oder Gelber Wasserstoff: Wird durch Elektrolyse mit Strom aus Kernenergie erzeugt, wobei kein CO2, aber radioaktiver Abfall entsteht. (Bundesministerium o.D)


Die Notwendigkeit von Förderprogrammen für Grünen Wasserstoff

Wasserstoff ist ein vielseitiger Energieträger, der kein CO2 ausstößt, wenn er mit erneuerbaren Energien produziert wird. Diese Eigenschaft macht ihn besonders in Phasen mit überschüssiger grüner Stromproduktion wertvoll. Wasserstoff kann direkt in Industrieprozessen eingesetzt oder über Brennstoffzellen in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Um den Umstieg von grauem auf grünen Wasserstoff erfolgreich zu gestalten, sind erhebliche Investitionen und Anreize notwendig. Die EU strebt bis 2030 die Produktion von 10 Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff sowie weitere Importe an, wobei derzeit die Kapazitäten hinter diesem Ziel zurückliegen. Eine beschleunigte Entwicklungsstrategie ist notwendig, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die EU hat dafür beträchtliche finanzielle Mittel bereitgestellt.

Statement unserer Expertin

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Grüner Wasserstoff steckt trotz technischem Fortschritt noch in einer politischen Lücke: Es fehlen verbindliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente, die den Hochlauf wirklich ermöglichen. Hier kann Leyton ansetzen: Wir helfen Firmen, frühzeitig die passenden Fördermechanismen zu identifizieren, Anträge strategisch zu planen und so den Weg in eine emissionsarme Zukunft aktiv mitzugestalten.

Gizem Erdogan Scientific Consultant

Fördermöglichkeiten und Unterstützung 

Um die erforderlichen Ziele zu erreichen und einen reibungslosen Übergang zu erneuerbaren Energien zu gewährleisten, sind beträchtliche Fördermittel verfügbar. Hier kommen wir ins Spiel. Als Experten für Fördermittelberatung unterstützen wir Sie gerne bei der Identifizierung und Beantragung geeigneter Förderprogramme für Ihre Projekte im Bereich der grünen Gase und erneuerbaren Energien. 

Nutzen Sie die Chance, von unserem Know-how zu profitieren und sicherzustellen, dass Ihre Initiativen für grünen Wasserstoff und nachhaltige Energielösungen erfolgreich gefördert werden.

Gemeinsam können wir die Zukunft der Energieversorgung gestalten und einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten.  

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Quellen:

Deutsche Umwelthilfe (2024): Factsheet-Grüne Gase – pdf 2024

Bundesminesterium (o. D.): Was ist grüner Wasserstoff –  Was sind die anderen Optionen

Autor/-in

Gizem Erdogan

Scientific Consultant

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