Was ist die Forschungszulage?

  • Von Dr. Michaela-Rosemarie Hermann
    • 13-06-2022
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Deutschland gewinnt als Standort für Forschung und Innovationen weiter an Attraktivität, denn seit Januar 2020 ist das Gesetz zur steuerlichen Forschungsförderung in Kraft. Das sog. Forschungszulagengesetz (FZulG) ist ein steuerliches Nebengesetz zum Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz und gilt für alle steuerpflichtigen Unternehmen gleichermaßen – unabhängig von deren Größe, Rechtsform, Branche oder Gewinnsituation. Abrufbar sind für  Unternehmen und Startups bis zu 1.000.000 € pro Jahr für Forschung und Entwicklung (FuE). Begünstigt  sind hierbei nicht nur klassische FuE-Projekte, sondern gerade Vorhaben hinsichtlich Digitalisierung und Industrie 4.0, wie Software oder Prozessinnovationen, sind förderfähig.

Das Antragsverfahren für die Gewährung der Forschungszulage ist zweistufig angelegt. Zunächst ist eine Bescheinigung für das FuE-Vorhaben bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) zu beantragen. Die BSFZ prüft dann auf Basis einheitlicher Vorgaben, ob es sich laut FZulG um ein FuE-Projekt handelt. Wichtige Voraussetzungen sind beispielsweise, dass das Vorhaben auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse abzielt, einen originären Charakter hat, systematisch aufgebaut und translational ausgerichtet ist. Mit einer positiven Bescheinigung kann im zweiten Schritt ein Antrag auf Forschungszulage beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.

Im Kern steht die Förderung eigenbetrieblicher Forschung, wobei die FZul bei den FuE-Personalausgaben ansetzt (Bruttolohn ergänzt um die vom Arbeitgeber zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge für das FuE-Personal). Der Fördersatz beträgt 25 % der förderfähigen Kosten; die Bemessungsgrundlage ist aktuell auf 4 Mio. Euro pro Unternehmen/Konzern und Jahr begrenzt. Unternehmen können auch dann die staatliche Förderung erhalten, wenn sie Forschungsaufträge an Dritte vergeben (sog. Auftragsforschung). Der Auftragnehmer, etwa eine Universität, ein Forschungsinstitut oder aber ein anderes Unternehmen, muss allerdings seinen Sitz im EWR haben. Die förderfähigen Aufwendungen liegen für die Auftragsforschung bei 60 % des vom Auftraggeber an den Auftragnehmer gezahlten Entgelts und können einzig vom Auftraggeber geltend gemacht werden. Interessant für kleine Unternehmen ist zudem, dass die FZul die Förderung von Eigenleistungen eines Einzelunternehmers innerhalb eines begünstigten FuE-Vorhabens zulässt. Je nachgewiesener Arbeitsstunde kann der Einzelunternehmer 40 €/h bei insgesamt 40 Arbeitsstunden/Woche als förderfähige Aufwendungen ansetzen.

Interessieren Sie sich für die Forschungszulage oder anderes Fördermittel? Wir unterstützen Sie gerne dabei. Nehmen Sie einfach und unverbindlich Kontakt mit uns auf.

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